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Michelbach warnt EY-Prüfer vor Aussageblockade

Berlin – Der stv. Vorsitzende des Wirecard-Untersuchungsausschusses, Hans Michelbach, warnt die Wirtschaftsprüfer von EY vor einer Aussagblockade. Der CSU-Politiker wies vor Beginn der Ausschusssitzung am Donnerstag in Berlin zugleich Medienberichte über einen angeblichen Deal zwischen dem Ausschuss und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY über das Aussageverhalten der Prüfer zurück. Michelbach sagte weiter:

„Wir haben in den vergangenen Tagen ein unwürdiges Schauspiel von EY erlebt. Noch im Sommer erklärte EY, man warte sehnlichst darauf seinen Beitrag zur Aufklärung des Wirecard-Skandals leisten.

Seit es aber Ernst mit dem Beitrag wurde, sucht man bei EY nach Ausflüchten und fadenscheinigen Begründungen, um vor diesen Untersuchungsausschuss nicht reden zu müssen - und das bis heute.

Das ist eine Missachtung des Parlaments. Und es ist eine Missachtung der Bürger und Bürgerinnen, eine Missachtung der geprellten Anleger und Gläubiger. EY sitzt damit im gleichen Boot wie Ex-Wirecard-Chef Braun.

Nachdem der Insolvenzverwalter, der aktuelle Vorstand und der aktuelle Aufsichtsrat von Wirecard die Wirtschaftsprüfer von ihrer Verschwiegenheitspflicht entbunden haben, erwarte ich von den EY-Zeugen eine umfassende Kooperation. Alles andere wird entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen. 

Ich will auch daran erinnern, dass die Wirtschaftsprüfer nicht eine Verpflichtung gegenüber ihrem Auftraggeber haben, sondern auch gegenüber den Aktionären, den Finanzmarktakteuren und gegenüber der Öffentlichkeit.

In den vergangenen Tagen war von einem Deal zwischen EY und dem Ausschuss zu lesen. Ich will hier klar stellen: Es gibt keinen Deal und es wird keinen Deal geben. 

Die Aussagebereitschaft vor diesem Ausschuss ist nicht verhandelbar. Ein Ausschuss, der sich auf so etwas einließe, könnte sich auch gleich auflösen.

Dieser Ausschuss wird kein Verschwiegenheitskartell hinnehmen, dessen Regisseur am Ende der Hauptbeschuldigte im staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren ist.

Wir wollen aufklären. Wir wollen Verantwortlichkeiten benennen. Und wir wollen dafür sorgen, dass sich ein Desaster wie bei Wirecard nicht widerholt.“

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