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Erfolge bei regionalem Bahngipfel – Coburg wird Teil des Programms „Zukunftsbahnhof“ – Ab Dezember vier Zugpaare München – Berlin über Coburg

Klaus-Dieter Josel, Norbert Tessmer, Sebastian Straubel, Richard Lutz, Hans Michelbach, Berthold Huber, Ronald Pofalla

Berlin/Coburg – Coburg wird Teil des Programms „Zukunftsbahnhof“ der Deutschen Bahn AG aufgenommen. Das ist ein Ergebnis des regionalen Bahngipfels von Ver-tretern der Deutschen  Bahn  AG und der Region, am Dienstagnachmittag im Berliner Bahntower, welcher auf Initiative des Coburg/Kronacher Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach zustande kam. Die Zahl der über Coburg geführten ICE-Zugpaare zwischen München und Berlin soll ab dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember auf vier erhöht werden. Außerdem will die Bahn die Parkplatzsituation am Bahnhof Coburg schrittweise weiter verbessern. Der Vertreter der Region werteten die Zusagen als wichtigen Erfolg der anhaltenden Bemühungen um eine zeitgemäße Entwicklung der Fernverkehrsanbindung, auch wenn noch weitere Schritte notwendig seien. Darüber werde man mit der DB AG im Gespräch bleiben.

DB-Vorstandschef Richard Lutz versicherte bei dem Treffen, sein Unternehmen stehe zum ICE-Halt Coburg. Er trat damit Befürchtungen entgegen, die Vestestadt könnte aus dem Fernverkehrsplan der Bahn herausfallen. Entstanden waren die Befürchtungen im Herbst vergangenen Jahres durch einen vom Bundesverkehrsministerium veröffentlichten Taktplan, in dem Coburg nicht mehr als Fernverkehrshalt berücksichtigt wurde. „Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten. Wir wissen um die Wirtschaftskraft und die Mobilitätsnachfrage“, unterstrich Lutz.  Michelbach will gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf die Autoren des umstrittenen Taktplans zugehen.

Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla betonte, mit der Aufnahme Coburgs in das Programm „Zukunftsbahnhof“ wolle die Bahn auch „die regionalen Bemühungen um ein attraktives Bahnhofsumfeld anerkennen“. Einzelheiten sollen zwischen der DB-Tochter DB Services und der Stadt abgestimmt werden. Der Konzernbeauftragte für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, versicherte zudem, dass die Parkplatzsituation unter Hinzunahme weiterer Grundstücke kontinuierlich verbessert werden soll.

Der Bahnhof der Vestestadt wird damit einer von nur 16 Bahnhöfen bundesweit sein, die für das Pilotprogramm vorgesehen sind. Ziel ist es, Bahnhöfe zu hochwertigen und attraktiven Aufenthalts- und Erlebnisorten zu entwickeln, wie Pofalla erläuterte. Oberbürgermeister Norbert Tessmer verwies darauf, dass die Stadt Coburg in der Vergangenheit aus eigenen Mitteln 1,4 Millionen Euro für den Bau einer Parkierungsanlage auf dem Bahngelände und rund 5 Millionen Euro in die Erneuerung des Bahnhofsvorplatzes investiert habe. Er mahnte rasche Fortschritte bei der Verbesserung des Bahnhofsumfeldes an.

Michelbach bekräftigte die Forderung nach einer deutlich verbesserten Anbindung der Region an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn. Man müsse mittelfristig beim ICE-Verkehr in Coburg tagsüber zu einem Zwei-Stunden-Takt kommen.  Er erinnerte in diesem Zusammenhang an Zusagen der Bahn über die künftigen Verkehre im Planfeststellungsverfahren für die ICE-Trasse. Außerdem verwies er auf die gute Annahme des ICE-Halts Coburg trotz der Abfahrtzeiten in Tagesrandlagen. Bevölkerung und Wirtschaft benötigten die Mobilität mit direkten Bahnanbindungen nach Süden und Norden, um Chancengleichheit für gleichwertige Lebensverhältnisse zu erreichen.

IHK-Präsident Friedrich Herdan betonte, der weitere Ausbau der Fernverkehrsangebote in Coburg sei „das wichtigste Projekt“ für die künftige Entwicklung der erweiterten Region. Die Unternehmen der Region würden bei Dienstreisen gern stärker auf die Bahn zurückgreifen. Dafür müsse aber das Angebot verdichtet werden. Zudem mahnte er den Lückenschluss im Bahnverkehr nach Südthüringen an. Ebenso wie Michelbach verwies Herdan darauf, es gehe darum, für einen erweiterten Einzugsbereich mit rund 1,4 Millionen Menschen einen attraktiven Anschluss an das Fernverkehrssystem der Bahn zu schaffen. Gerade auch bei den Unternehmen sei das Interesse an guten Bahnanbindungen hoch. Er sehe dort noch erhebliche Potentiale. Bei Entfall der im Zielfahrplan vorgesehenen Standzeit von 8 Minuten je Richtung in Erfurt alle zwei Stunden verursacht die über Coburg geführte Linie FV4 keine Zeitverzögerung, sodass dieses von der Bahn ins Feld geführte Argument der Zeitverzögerung über Coburg entfällt, sagte Herdan.

Josel und der Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr, Berthold Huber, erläuterten, dass ab dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember die Zahl der Zugpaare zwischen Berlin und München über Coburg auf vier erhöht werden solle. Dabei wird der derzeit über Coburg nach Wien geführte ICE künftig in Nürnberg geteilt. Ein Teil wird weiter über Passau direkt nach Wien fahren, der zweite Teil nach München. Die Abfahrtszeiten der dann acht ICE-Züge sollen gleichmäßig über den Tag verteilt werden. Huber erwartet durch die Aufstockung einen Anstieg der Passagierzahlen von derzeit 300 auf 400 bis 450 Personen täglich.

An dem Gespräch in der DB-Zentrale im Berliner Bahn-Tower nahmen von Seiten der Region neben dem Coburg/Kronacher Abgeordneten Hans Michelbach der Coburger Oberbürgermeister Norbert Tessmer, die Coburger Landrat Sebastian Straubel, der Coburger IHK-Präsident Friedrich Herdan und der Abteilungsleiter im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Hans-Peter Böhner, teil. Die Deutsche Bahn AG wurde vertreten durch ihren Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz, den Vorstandsvorsitzenden DB Fernverkehr, Berthold Huber, den DB-Vorstand Infrastruktur, Ronald Pofalla und den Konzernbeauftragten für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel. +++

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